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VPN-Tunnel mit der FRITZ!Box 7320 und Linux

Sehr weit oben auf meiner ToDo-Liste stand, einen VPN-Tunnel über meine AVM FRITZ!Box ("Fritzbox") einzurichten. Das würde mir sicheren Zugriff aufs Internet auch dann ermöglichen, wenn ich mich in fremden WLANs einwähle. Dort würde ich nämlich zunächst einen verschlüsselte Verbindung zu meiner Fritzbox aufbauen und von dort Internetseiten aufrufen - ganz als wäre ich zuhause in meinem Heimnetzwerk.

Da ich in Sachen Netzwerk- und Serverkonfiguration noch einiges dazulernen kann, hatte ich mich bisher vor der VPN-Konfiguration gedrückt. Heute habe ich endlich den Schritt gewagt und das VPN - mit tatkräftiger Hilfe des AVM-Supports - schließlich auch erfolgreich eingerichtet. Doch der Reihe nach.

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Mediacenter on a Stick: OpenElec, XBMC, Spotimc

Als Follow-Up auf meinen Blogpost "Spotify unter Ubuntu mit Android fernsteuern" möchte ich wie angekündigt im Folgenden aufschreiben, wie mein aktuelles "Wohnzimmer-Setup" aussieht. Damit kann ich Musik und Filme nicht nur von meinem lokalen Home-Server streamen, sondern Musik eben auch über Spotify, und ich kann alles mit meinem Android-Handy bequem von der Couch aus fernsteuern. Zwar ist die Bedienung wahrscheinlich weniger elegant als bei mancher kommerziellen Lösung, dafür sind aber die Möglichkeiten dank Open Source weitaus weniger eingeschränkt.

Meine Voraussetzungen: Ich besitze ein Netbook - ein Medion Akoya E1210 von Aldi, nahezu baugleich mit dem MSI Wind U100 - und hatte es schon häufig neben den großen Fernseher im Wohnzimmer gestellt, um darauf Filme aus der Mediathek oder von Platte anzusehen. Auf dem Netbook läuft ein aktuelles Ubuntu, allerdings boote ich dieses in letzter Zeit kaum noch. Deshalb habe ich mich nach einer passenden Media-Lösung umgesehen. Da das Netbook nur einen VGA-Ausgang besitzt, habe ich den TV über ein VGA-zu-VGA-Kabel angeschlossen.

XBMC

Screenshot XBMC

Um die Wiedergabe von Medieninhalten auf dem großen TV zu vereinfachen, habe ich irgendwann das Paket xbmc (und xbmc-standalone) installiert. XBMC hieß früher Xbox Media Center und entstand als Open Source-Projekt genau für diesen Anwendungsfall: ein Mediacenter für eine (ausrangierte) Microsoft Xbox der ersten Generation.

Mittlerweile lässt sich XBMC auf einer Vielzahl von Hardware-Plattformen einsetzen, auf dem letzten LinuxTag konnte ich sogar eine Variante für den Raspberry Pi-Minicomputer bewundern. Die Hardware-Anforderungen sind also erfüllbar, mein Netbook mit einem 1,6 GHz Intel Atom-Prozessor, integriertem Intel GMA 950-Grafikchip und nur 1 GB RAM reicht für die meisten Anwendungsfälle aus. Mag sein, das sehr anspruchsvolle HD-Filme mein Setup in die Knie zwingen - in diese Verlegenheit kam ich aber bislang nicht.

Für XBMC existieren recht hübsche grafische Oberflächen, wie man sie von Mediacentern kennt. Im eigenen WLAN lässt sich XBMC sogar über einen anderen PC via Browser oder übers (Android-)Smartphone bequem von der Couch aus fernbedienen. Dazu später mehr.

Von meinem Ubuntu-Desktop aus ließ sich XBMC ganz einfach als Programm starten und erkannte die Auflösung des Fernsehers automatisch korrekt. Meinen Heimserver mit Videos und Musik konnte ich ebenso wie andere Add-Ons (YouTube, Mediathek, Soundcloud) einfach verbinden und nutzen. Die Standalone-Variante von XBMC, die ohne Ubuntu-Desktop als Unterbau auskommt, lief ebenso - allerdings wurde hier die HD-Auflösung des Fernsehers nicht richtig erkannt. Auch dazu weiter unten mehr.

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Spotify unter Ubuntu mit Android fernsteuern

Weil ich danach gefragt wurde, wie ich denn bitteschön Spotify unter Linux über mein Android-Smartphone fernsteuere, beschreibe ich das hier mal. Es gibt natürlich kommerzielle Lösungen, etwa von Sonos, die schon ziemlich komfortabel sind. Habe ich selbst noch nicht ausprobiert, kostet halt schlappe ca. 500 Euro (und hat jetzt nichts mit Linux zu tun). Es gibt aber auch Apps wie Spotify Controller, die sogar ganz gut im Zusammenspiel mit Ubuntu funktioniert, daher gehe ich kurz darauf ein. Meine eigentliche Lösung (feat. OpenElec, XBMC und Spotimc) stelle ich dann demnächst in einem gesonderten Blogpost vor.

Spotify Controller

Screenshot der Spotify Controller AppUm Spotify auf eurem Ubuntu-Rechner mit Hilfe der Android-App Spotify Controller fernsteuern zu können, braucht ihr zum einen den nativen Spotify-Client für Linux. Die aktuellste Version bekommt ihr am einfachsten über das Repository deb http://repository.spotify.com stable non-free. Auch wenn da "Preview" obendrüber steht - bei mir läuft die seit Monaten stabil, nur ein, zwei interne Spotify-Apps laufen nicht (z.B. die von Blue Note).

In der Beschreibung der App ist der Link zum zugehörigen Server versteckt, den ihr bei euch lokal auf dem Rechner installieren müsst, auf dem ihr auch den Spotify-Client installiert habt. Entpackt das Archiv, wechselt ins eben entpackte Verzeichnis und führt ./install aus. Nach Eingabe des root-Passworts ist der Server in der Regel startklar und kann mit SpotifyController und dann Klick auf "Start" gestartet werden.

Jetzt könnt ihr mit der Spotify Controller-App rudimentär euren Spotify-Client fernsteuern. Natürlich funktioniert das nur innerhalb des gleichen WLANs. Die offizielle Android-Spotify-App ermöglicht das Auswählen von Tracks und Playlisten über die Fernbedienung. Den Rest findet ihr selbst raus ;-)

GUI zu Steuerung des Spotify Controller Server unter Ubuntu
GUI zu Steuerung des Spotify Controller Server unter Ubuntu

Polly - Twitter-Client für Linux mit Multi-Account

Polly (Logo)Es wird Zeit, dass ich hier Polly vorstelle, einen noch relativ jungen Twitter-Client für Linux. Für mich ist Polly der beste Twitter-Client, den es momentan für Linux gibt. Ok, da ist noch Tweetdeck; aber Tweetdeck basiert auf Adobe AIR, welches nicht mehr aktiv für Linux weiterentwickelt wird. Genau das und auch die (subjektive) Unbrauchbarkeit von Gwibber waren die Gründe, auf Polly umzusteigen.

Und dann kam Polly

Polly hieß anfänglich Schizobird, ist in Python programmiert und unterstützt mehrere Twitter-Accounts gleichzeitig (daher der ursprüngliche Name). Auf Wunsch einiger Nutzer wurde ein neuer Name gesucht, und Polly bekam schließlich den Zuschlag. Die Multi-Account-Fähigkeiten und eine Tweetdeck-ähnliche Darstellung der jeweiligen Accounts sowie der Spalten für Mentions und Direct Messages gaben für mich den Ausschlag, Polly etwas intensiver zu testen.

Aufgrund des noch recht jungen Alters von Polly war intensives Testen auch nötig, ich konnte einige Bugs finden und reporten und war positiv überrascht, wie schnell Hauptentwickler Marcelo Hashimoto auf meine Bugreports reagiert hat. Sogar einige meiner Feature-Wünsche sind mittlerweile in Polly enthalten! Da ist man doch gern Early Tester einer Open Source Software ;-)

Vogelhaltung

Es gibt ein PPA, das man als Quelle einbinden kann, um die Installation zu vereinfachen:

$ sudo add-apt-repository ppa:conscioususer/polly-daily
$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get install polly

Ich bin aber einen anderen Weg gegangen und habe mir den Code direkt aus dem Repository ausgechekt: bzr . Vorteil: Ich kann regelmäßig und häufig per bzr update updaten, ohne auf eine Aktualisierung des PPA warten zu müssen. Nachteil: So eine "bleeding edge"-Version kann auch schon mal defekt sein. Das kam bei mir aber so gut wie nie vor:

$ cd ~  #Ins Home-Verzeichnis wechseln
$ sudo apt-get install python-socksipy python-oauth2 python-numpy bzr  #Benötigte Pakete installieren
$ bzr branch lp:polly  #Polly mittels bazaar auschecken
$ ~/polly/polly  #startet Polly

Natürlich könnt ihr das Verzeichnis polly jetzt auch woanders hinschieben. Wollt ihr den aktuellen Code aus dem Repository ziehen, genügt ein:

$ cd ~/polly
$ bzr update

Polly will einen Keks

Zu den bereits unterstützen Features zählen Favorites, Old- und New-Style Retweets, Mentions und Direct Messages - also fast alles, was man zum Twittern so braucht. Fotos und Videos können getwittert, Links automatisch gekürzt werden. Und Notifications lassen sich ins Ubuntu-System integrieren, wenn man's mag. Außerdem gibt es frei sortierbare Spalten, die Streams aus vier Kategorien enthalten können.

  • Tweet Stream: Home (der "normale" Stream); Mentions; eigene Tweets; Favorites; Retweets
  • User Stream: Followers; Friends
  • List Stream: meine Listen; Listen, auf denen ich stehe; Listen, die ich "abonniert" habe
  • Message Stream: Alle Direktnachrichten; Gesendete DMs; Empfangene DMs

Leider noch nicht implementiert ist die Twittersuche, aber der Menüpunkt dafür ist bereits vorhanden. Ich nehme an, das Feature wird in der nächsten größeren Version enthalten sein. Wer Ideen für weitere sinnvolle Features hat oder noch den einen oder anderen Bug findet, kann beides über Launchpad melden.

Polly hat bei mir mittlerweile Tweetdeck als Standard-Twitterclient abgelöst, und ich bin nicht der Einzige, dem das so geht ;-) Wenn ihr also nach einer sehr brauchbaren Alternative zu Gwibber und AIR-basierten Clients wie Tweetdeck sucht, gebt Polly einfach mal eine Chance.

Ubuntu Backup mit Back In Time

Back In Time ist ein Linux-Programm für die verhältnismäßig einfache Datensicherung des persönlichen Verzeichnisses (Home-Directory). Vorbild für Back In Time war Time Machine von Apple. Damit lassen sich Dateien sichern und aus jedem vergangenen Zeitpunkt wiederherstellen. Ähnliche Programme für Linux sind TimeVault und das Flyback. Back In Time wurde von Dan Oprea entwickelt.

Backupstrategien

Bei einem Backup sind für bestimmte Einsatzbereiche unterschiedliche Vorgehensweisen angebracht. Auf einem Serversystem oder bei einer Datenbank sind andere Maßnahmen notwendig als auf dem heimischen Desktop oder Notebook (vgl. dazu Sonderfall Privatnutzer). Einige Vorüberlegungen sollten immer angestellt werden, auch in unserem Fall der privaten Datensicherung.

Hier geht es vor allem darum, Datenverlust vorzubeugen und das System wiederherstellen zu können, falls die Festplatte den Geist aufgibt oder ein schwerwiegender Systemfehler auftritt. Zum einen sollen persönliche Daten und Dokumente wie Fotos, Musik oder Textdateien gesichert werden; zum anderen wäre es schön, wenn sich ein kaputtes System aus dem Backup heraus wiederherstellen ließe. Unter Ubuntu und anderen Linux-Systemen ist dies verhältnismäßig einfach zu bewerkstelligen.

Bevor ich auf Back In Time eingehe, noch ein Wort zur Hardware: Je nach Datenmenge, d.h. Gesamtgröße der zu sichernden Daten, wird auf andere Medien gesichert. Bei den heutigen großen Datenmengen reichen CDs oder DVDs kaum noch aus, so dass externe Festplatten das bevorzugte Medium darstellen, zumal diese im Verhältnis zur Kapazität immer günstiger werden. Weil auch ein externes Laufwerk kaputt gehen kann, können besonders wichtige Daten zusätzlich auf eine DVD gebrannt werden. Perfektionisten gehen nach dem aufwändigen Generationenprinzip vor.

Und natürlich existieren für anspruchsvollere Nutzer viele weitere Möglichkeiten, etwa Client-Server-Applikationen und Online-Backup-Dienstleister. Aber dies nur am Rande.

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