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Wochenrückblick KW 35/2025

In den letzten Wochen war Sommerpause angesagt. Keine Lust zu bloggen ;-)

🏖️ Urlaub

Wir waren im Urlaub in der Oberpfalz, und ich konnte dort zum Glück ein paar Regenpausen zum Graveln nutzen. Sehr schön und gut fahrbar war etwa der Schwarzachtal-Radweg. Interessant auch das verlassene Dorf Lučina (Grafenried), dessen deutschsprachige Bewohner nach dem Zweiten Weltkrief vertrieben wurden. Und auch sonst haben wir eigentlich das Beste aus dem bescheidenen Wetter gemacht. Nur die geplante Kanutour auf dem Regen ist aus dem gleichnamigen Grund ins Wasser gefallen 🫣

📚 Literatur

Aber positiv: Dank des Wetters hatte ich im Urlaub viel Zeit zu lesen, unter anderem folgende Romane:

Tom Hillenbrand - Lieferdienst

Dass der Autor früher als Wirtschaftsjournalist gearbeitet hat, merkt man diesem dystopischen Roman an. Der Protagonist steht im Mittelpunkt des Konkurrenzkampfes zwischen Lieferdiensten, die schon mal über Leichen gehen. Ähnlichkeiten mit real existierenden globalen Firmen sind nicht von der Hand zu weisen. Flott geschrieben, nicht allzu lang, und mit Hoverboards: Gute Unterhaltung.

Nnedi Okorafor - Death of the Author

Ich bin zugegebenermaßen Fan von Okorafors Africanfuturism und wurde auch hier nicht enttäuscht. Okorafor verwebt zwei Storylines miteinander, beide spielen in der Zukunft, eine ist die Fiktion in der Fiktion. Wie auch Okorafor pendeln die Protagonisten zum Teil zwischen den USA und Nigeria. Ich musste allerdings aufpassen, dass ich mich streckenweise nicht in das Setting von TJ Klunes "In the Lives of Puppets" verirrte - gewisse Ähnlichkeiten sind vorhanden.

Colson Whitehead - Die Intuitionistin

Gelesen in der Neuübersetzung, das englischsprachige Original von 1999 wäre vermutlich die bessere Wahl gewesen (aber das gab's gerade nicht in der Onleihe). Abgesehen davon fand ich den Roman aber gut, die vielen originellen Einfälle haben Spaß gemacht, auch wenn sie mir manchmal zu sehr ins Detail gingen. Insgesamt ließ er sich aber flüssig lesen und ist auch nach 25 Jahren inhaltlich noch relevant.

Passend dazu bin ich übrigens auf ein weiteres Item für meine Bucket-List gestoßen: Das Aufzugmuseum im Wasserturm Mannheim-Seckenheim. Da muss ich hin! In zwei Wochen ist Tag des Offenen Denkmals, aber leider scheint das Museum diesmal nicht teilzunehmen 😔

Lesetagebu.ch

Ich sammle meine gelesenen Bücher übrigens seit einigen Jahren im Lesetagebu.ch. Allerdings überlege ich, ob ich mir nicht (auch) einen Bookwyrm-Account zulegen sollte. Oder welche freien Alternativen mögt ihr?

🏡 Haus & Garten

Wärmepumpe

Mittlerweile steht der Einbau kurz bevor, das Fundament für das Außengerät ist gesetzt, die Leitungen wurden durch die Außenwand gelegt, und die Elektronik samt Steuerschrank wurde bereits installiert. Zwei Heizkörper müssen noch getauscht werden, und dann starten die Arbeiten im Heizungskeller. Ich bin schon sehr aufgeregt.

Wir hatten unterdessen schon einige Nächte mit Temperaturen um die 4 °C, aber ich möchte die alte Gasheizung eigentlich gar nicht mehr einschalten.

🖥️ Computer

Pangolin

Zwar soll irgendwann Glasfaser kommen, aber noch kommt das Internet über den Kabelanschluss ins Haus, und wegen DS-Lite ist es kompliziert, von außen auf mein Homelab zuzugreifen. Klar komme ich per VPN rein, aber das ist nicht immer möglich oder komfortabel. Daher habe ich mich diese Woche hingesetzt und Pangolin installiert:

Pangolin is an open-source and identity-aware tunneled reverse proxy server.

Pangolin läuft auf einem kleinen VPS und ist dort über ein Web-Dashboard administrierbar. Auf meinem Homelab läuft Newt,

a fully user space WireGuard tunnel client and TCP/UDP proxy, designed to securely expose private resources controlled by Pangolin.

Ich kann jetzt für einzelne Homelab-Dienste in Pangolin eine Subdomain konfigurieren, die dann über den Tunnel auf die interne IP:Port geleitet wird - aber erst nach Autorisierung im Browser. Den Zugriff kann ich rollen- und nutzerbasiert einschränken und auch noch feiner konfigurieren. Auch Einmalpasswörter und zeitliche Freigaben sind möglich, wenn ich das richtig verstanden habe.

🚴 Fahrrad

Dotwatching

Ich fahre nicht nur selbst gern Fahrrad, sondern schaue mir auch gern passiv Radsport-Events an: Tour de France, Giro d'Italia, Vuelta a España, Frühjahrsklassiker, Cyclocross im Winter - und in letzter Zeit auch immer häufiger Langstreckenevents wie das Atlas Mountain Race, die Tour Divide, Taunus Bikepacking, das Silk Road Mountain Race und das Transcontinental Race.

Diese Rennen sind so besonders, weil sich die Teilnehmenden selbst versorgen müssen, wenn sie viele Tage am Stück mit nur wenigen Pausen tausende Kilometer zurücklegen auf einer Strecke, die sie je nach Rennen sogar selbst geplant haben. Natürlich gibt es keine Fernsehübertragungen davon, und selbst Beiträge auf Social Media sind schwierig, weil sich das Feld unendlich in die Länge zieht.

Aber es gibt eine Landkarte, auf der viele bunte Punkte zu sehen sind: die Dots. Denn alle, die unterwegs sind, führen einen GPS-Tracker mit sich, der in regelmäßigen Abständen seine Position durchgibt. Und diese landet dann - mit weiteren Zusatzinfos versrehen - auf der Map. So kann ich von meinem Bildschirm zuhause jederzeit sehen, wer wann wo fährt. Ich beobachte die Punkte auf der Landkarte: Dot-Watching eben.

Und ich bin nicht allein damit. Auf Social Media-Plattformen findet sich zu diesen Events eine Gemeinschaft von Dotwatcherinnen und Dotwatchern zusammen, die alle mitfiebern, Infos sammeln und austauschen. Was ist in der vergangenen Nacht passiert? Hat Fahrer X technische Probleme? Wo steckt Fahrerin Y? Oder zuletzt beim Transcontinental Race, bei dem eine selten verkehrende Fähre zwischen Italien und Albanien benutzt werden durfte: Wer erreicht die Fähre noch pünktlich?

Das kann wahnsinnig spannend werden und auch emotional, wenn man einzelne Teilnehmende über Tage verfolgt und versucht, sich deren Höhen und Tiefen auszumalen anhand der spärlichen zur Verfügung stehenden Informationen. Wenn ihr mehr über diese Faszination erfahren wollt, hört euch die aktuelle Folge des "Antritt"-Podcasts auf detektor.fm an oder schaut euch die ZDF-Doku "Das verrückteste Radrennen der Welt" mit der Wiederholungssiegerin Jana Kesenheimer an.

Und dann setzt euch aufs Fahrrad und fahrt los.

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