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Wallabag: Eine Open Source "Read-it-later" App

Wallabag ist eine bekannte Open Source-Alternative zu Pocket (ehemals Read It Later). Beide tun prinzipiell nichts weiter als sich URLs bzw. Artikel zum späteren Lesen zu merken.

Screenshot von WallabagPocket funktioniert für mich eigentlich gut. Aber es gibt meines Wissens in der Android-App keine Möglichkeit, den Download aller gespeicherten Artikel zu unterbinden. Irgendwann belegt die App einfach zu viel Speicherplatz.

Ich möchte die Inhalte auch gar nicht unbedingt offline lesen können; ich bin ja sowieso fast immer online. Mir geht es vielmehr um die "Read it later"-Funktionalität, ich will den Dienst als "Linkdump" verwenden. Vielleicht ist Pocket dafür einfach nicht gedacht?

Also habe ich mich nach einer Alternative für Pocket umgesehen und Wallabag gefunden. Wenn ich mich nicht täusche, hieß Wallabag früher einmal Poche oder ist eine Weiterentwicklung davon. Meine Hoffnung ist, dass ich Wallabag besser an meine Bedürfnisse anpassen kann, schließlich ist es Open Source, und ich hoste es selbst.

Installation

Die Installation von Wallabag gestaltete sich auf einem etwas in die Jahre gekommenen Server leider nicht so einfach wie erwartet. Wie sich herausstellte, erwartet die Datenbank-Klasse von Wallabag eine MySQL-Version von mind. 5.5.3 (mit Unterstützung des utf8mb4-Zeichensatzes). Ob das eine sinnvolle Einschränkung ist, kann diskutiert werden.

Mein MySQL-Server war jedenfalls zu alt, also musste ich einige Dateien manuell anpassen. Auf GitHub gibt es ein entsprechendes Issue, also sollte das Problem in einer der nächsten Versionen nicht mehr auftreten. Nachdem ich diese Hürde überwunden hatte, klappte die Installation ohne weitere Probleme.

Update: Christoph hat die Installation noch ausführlicher beschrieben.

Wallabag benutzen

Nach der Installation kann ich mich direkt in Wallabag einloggen und URLs speichern. Diese werden dann im Hintergrund geladen, und mir wird ein kurzer Abstract zu jedem Link präsentiert. Einfacher geht das Ablegen von Links mit einer der Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox.

Für Android (sowie iOS und Windows Phone) gibt es eine App. Diese App benötigt einen Token, den ich im Web-Backend erst erzeugen muss. Damit lassen sich die gespeicherten Artikel dann über die App abrufen.

Um URLs zu speichern, ist es aber offenbar nötig, sich erst im mobilen Browser einzuloggen - diese Umleitung macht die Nutzung der App sehr umständlich. Warum der Token nicht auch zum Speichern von Adressen benutzt wird, ist mir nicht klar. Überhaupt wäre OAuth hier wohl das Mittel der Wahl. Angeblich wird aber bereits an einem API gearbeitet:

Im Desktop-Browser funktioniert Wallabag aber gut. Das Backend ist übersichtlich und wird mit mehreren Themes ausgeliefert. Gespeicherte Artikel lassen sich taggen und durchsuchen. Ein nettes Detail ist die Anzeige der geschätzten Lesedauer.

Fazit

Für mich ist Wallabag wegen der mangelhaften Smartphone-Unterstützung vorerst nur bedingt brauchbar. Ich hoffe, dass hier bald nachgebessert wird, und ein REST-API wäre auf jeden Fall auch wünschenswert.

Da sowohl Webanwendung als auch Android-App auf GitHub liegen, stehen die Chancen ganz gut, dass die Weiterentwicklung vorangeht. Und vielleicht finde ich sogar selbst einmal die Möglichkeit zu contributen.

Trackbacks

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Kommentare

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Christian Vervoorts am :

Auf Twitter lesen: sangyye
Christian Vervoorts

Erstmal danke für deinen Artikel, sehr aufschlussreich :-) . Ich benutze aktuell Pocket dafür und hatte gehofft irgendwann eine selbsthosting Lösung dafür einsetzten zu können. Also was mir halt noch fehlen würde ist tatsächlich das man via Android App speichern kann.

Kann man den aus Pocket importieren oder geht das gar nicht? Ich meine die meisten Dinge im Pocket werde ich eh niemals wirklich lesen. Wie sieht es denn bei dir aus? Wie ist das Verhältnis von gespeicherten Links zu gelesenen?

Christian Vervoorts schrieb auch: Bericht aus der Microsoft Word Hölle

Matthias Gutjahr am :

Auf Twitter lesen: mattsches
Matthias Gutjahr

Speichern über die Android-App geht, aber eben nur umständlich über eine Weiterleitung in den mobilen Browser. Ich habe von einem existierenden Pocket-Import gelesen, ausprobiert habe ich ihn aber noch nicht.

Zugegeben, die meisten Links lese ich am Ende gar nicht. Nur, wenn ich mir gemerkt habe, dass etwas sehr wichtig war, oder ich einfach viel Zeit habe, gucke ich meine letzten Pocket-Links durch. Damit sich nicht zu viel ansammelt, hätte ich gern eine Funktion, die nicht gelesene Links nach n Wochen automatisch ins Archiv schiebt (oder löscht).

Christian Vervoorts am :

Auf Twitter lesen: sangyye
Christian Vervoorts

Das wäre tatsächlich mal eine schöne Funktion, Artikel nach einem Zeitraum einfach in ein Archiv verschieben, man hat sie eh vergessen ausser die wichtigen.Am besten mit einen Tag versehen das sie unread ist oder so, wenn man sie doch mal lesen will. Also wenn die das mit dem Android App fixen wäre es tatsächlich eine alternative.

Thomas Cygn am :

Thomas Cygn

Die Pocket Android App bietet die Moeglichkeit, den maximal verbrauchten Speicherplatz zu begrenzen. Siehe http://help.getpocket.com/customer/portal/articles/483981-using-pocket-offline-on-android

Matthias Gutjahr am :

Matthias Gutjahr

Danke für den Hinweis, das war mir neu. Ich habe zwar mittlerweile hardwaretechnisch aufgerüstet, so dass die Speicherplatzproblematik nicht mehr so schnell akut werden dürfte; aber trotzdem gut zu wissen.

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